Digitales Europa: Lösungen für Souveränität, Infrastruktur und Produkte

Die EU ist digitalpolitisch in Bewegung. Die Onlinewirtschaft steht im Zentrum zahlreicher Entwicklungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht. Das 3. Symposium des Forums Daten und Digitalisierung der European netID Foundation greift sie auf.
In den Räumen der Bertelsmann-Hauptstadtrepräsentanz in Berlin befassen wir uns mit dem Digitalomnibus, mit Fragen der digitalen Infrastruktur und mit neuen Technologien aus unterschiedlichen Perspektiven. Wir freuen uns auf anregende Keynotes und Paneldiskussionen mit hochrangigen Mitwirkenden aus Wirtschaft. Politik, Wissenschaft und Aufsichtspraxis zu Themen der digitalen Souveränität, guter Digitalgesetzgebung und Anforderungen an die Qualität digitaler Produkte.

Programm 2026

Begrüßung: Katrin Gaertner, Bertelsmann

Panel 1: Nächste Haltestelle Fortschritt: Wohin bringt uns der Digitalomnibus?

Anpassungen im Digitalrecht der EU sind überfällig. Die Kommission hat Ende 2025 einen Gesetzesvorschlag auf den Weg gebracht. Der KI-Omnibus soll die KI-VO ändern und deren Geltung von August 2026 nach hinten verschieben. Der sog. „Digiatlomnibus“ soll das Datenschutzrecht mit Blick auf die Bedürfnisse der Digitalwirtschaft liberalisieren. Die DSGVO soll angepasst werden, um das Datenrecht zu entschlacken und einfacher zu machen. Im Paket ist auch eine Regelung zum Einwilligungsmanagement, die für die Werbewirtschaft von besonderer Bedeutung ist. Auch das das KI-Training soll auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden. Der Vorschlag muss nun im Gesetzgebungsverfahren der EU bestehen. Wenn der „Omnibus“ für die Wirtschaft etwas bewirken soll, dann sollte er schnell auf die Zielgerade einbiegen. Diese Themen diskutieren wir im ersten Panel.

  • Keynote: Axel Voss (MdEP)
  • Panel: Axel Voss, Kristin Benedikt (GDD/FDD), Achim Schlosser (Bertelsmann), Rain Yvette Reif (Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit, GDD e.V.)
  • Moderation: Rolf Schwartmann

Panel 2: Digitale Infrastruktur in Deutschland

Die Basis für digitale Souveränität sind nicht nur strategische Ziele, Gesetze und Standards. Digitale Souveränität braucht eine belastbare technische Grundlage. Wer KI-Modelle entwickeln, KI-Systeme sicher einsetzen und datenintensive Anwendungen betreiben will, benötigt leistungsfähige Rechenzentren, sichere Cloud-Infrastrukturen, stabile Netzanbindungen und eine ausreichende Energieversorgung.
Im zweiten Panel erörtern wir, ob Deutschland über die notwendige Infrastruktur verfügt, um im internationalen Wettbewerb technologisch mithalten zu können. Reichen Rechenzentrumskapazitäten, Energieversorgung und Netzanbindung aus? Welche Rolle spielen offene Infrastrukturen, europäische Cloud-Angebote und digitale Identitäten? Und was muss geschehen, damit digitale Souveränität nicht nur politisches Ziel bleibt, sondern technisch und wirtschaftlich tragfähig wird?

  • Keynote: Klaus Müller (Präsident BNetzA)
  • Panel: Klaus Müller, Dr. Markus Noga, CTO IONOS, S-H: Minister Dirk Schrödter (Minister und Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, per Videocall), Dr. Dominik Roderburg (Referatsleiter Staatsmodernisierung, Staatskanzlei NRW)
  • Moderation: Kristin Benedikt

Panel 3: Neue Technologien – neue Chancen aus der Perspektive der EU und der Wirtschaft

Europa steht vor einer digitalpolitischen Bewährungsprobe. Die Kommission hat Wettbewerbsfähigkeit zum Leitbegriff erklärt, doch die Verhandlungen zum „Omnibus“ sind zunächst gescheitert – ein Zeichen dafür, dass es bei weitem noch keine Einigkeit darüber gibt, wie der Weg für Innovation und neue Technologien in der EU geebnet werden soll. Für Unternehmen, die in Europa gründen und skalieren wollen, bedeutet das: Rechtsunsicherheit statt Klarheit, Compliance-Druck statt Innovationsfreiraum. Wie gehen Gründerinnen und Gründer mit dieser Herausforderung um? Welche Chancen und Perspektiven bietet die EU dennoch – und was muss die Politik liefern, um den digitalen Binnenmarkt als Innovationsstandort zu stärken? Welche Rolle können und sollten Aufsichtsbehörden spielen, um jungen Unternehmen zu helfen, den Regulierungsdschungel zu navigieren? Diese Themen besprechen wir im dritten Panel.

  • Keynote: Marc-Alexander Christ (Co-Founder SumUp) mit anschließendem kurzem Fireside Chat Uli Hegge (CEO European netID Foundation)
  • Panel: Axel Voss (MdEP), Stefanie Glenn (Co-founder and CTO Finches) Marc-Alexander Christ, Carolin Loy (LDA Bayern), Dirk Freytag (BVDW-Präsident)
  • Moderation: Paula Cipierre

Ergebnisse und Ausklang: Uli Hegge und Rolf Schwartmann

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